Genossenschaftliches Geschäftsmodell stößt bei internationaler Forschungskonferenz in Atlanta auf großes Interesse

19.12.2017
Die beiden Professoren Christian Kalhöfer und Matthias Hühn sowie die wissenschaftliche Mitarbeiterin Viktoria Schäfer, alle von der ADG Business School an der Steinbeis-Hochschule Berlin, haben Anfang August ihre Forschungsergebnisse bei der internationalen Forschungskonferenz der Society for Business Ethics (SBE) in Atlanta/USA vorgestellt. Dabei stieß das genossenschaftliche Geschäftsmodell nach dem Vorbild Raiffeisens und Schulze-Delitzschs auf großes Interesse und sorgte für rege Diskussionen auf dem internationalen Parkett.

Insbesondere im Zusammenhang mit der letzten Finanz- und Wirtschaftskrise wird die Unternehmenspraxis von Banken häufig kritisiert. Dabei ist nicht nur eine ganze Branche in Verruf geraten, es wird auf der Suche nach Ursachen für unternehmerisches Fehlverhalten oft sogar das marktwirtschaftliche Wirtschaftssystem in seiner heutigen Ausrichtung auf Profitmaximierung infrage gestellt.

Adam Smith, der Begründer der modernen Ökonomie, wird in diesem Zuge von Kritikern und Unterstützern gleichermaßen als Initiator dieses rein auf Egoismus basierenden Wirtschaftsverständnisses angeführt. Die aktuelle Smith-Forschung macht allerdings deutlich, dass diese Sichtweise auf Smith nicht nur einseitig, sondern stark verzerrt ist. In der Konsequenz berücksichtigen die vorherrschenden ökonomischen Theorien zu wenig, dass Smith sein Verständnis marktwirtschaftlicher Ordnungen auf einem komplexen moralphilosophischen Fundament aufbauen lässt.

Diese Erkenntnis hat sowohl weitreichende Implikationen für moderne Ökonomie- und Managementtheorien, als auch für die Unternehmenspraxis und die Management- und Leadership-Aus- und Weiterbildung. Beispielsweise ergibt sich die Frage, wie moderne Geschäftsmodelle dieses ganzheitliche Wirtschaftsverständnis, das Smith eigentlich im Sinn hatte, effektiv in die Praxis umsetzen können.


Genossenschaftliches Geschäftsmodell setzt Ideen von Adam Smith konsequent um

In ihrem Forschungsprojekt bauen Professor Christian Kalhöfer, Professor Matthias Hühn und Viktoria Schäfer auf diesem aktuellen Forschungsstand auf: Sie können aufzeigen, dass das genossenschaftliche Geschäftsmodell basierend auf den von Friedrich Wilhelm Raiffeisen und Hermann Schulze-Delitzsch formulierten Prinzipien die ganzheitlichen Ideen Adam Smiths konsequent umsetzt. So wird deutlich, dass moderne Geschäftsmodelle, die Smith Gesamtkonzept umsetzen können, nicht erst neu erfunden werden müssen, sondern dass Genossenschaften hierzu schon einen geeigneten Ansatzpunkt liefern.

Die intensive Beschäftigung mit dem genossenschaftlichen Gedanken ist daher auch nicht nur traditionsbedingt sinnvoll, sondern insbesondere auch deswegen, weil das genossenschaftliche Geschäftsmodell heutige Diskussionen im Bereich nachhaltiger Unternehmensführung bereits antizipiert hat. Somit haben Genossenschaften schon eine jahrzehntelange Praxiserfahrung in der Umsetzung eines Geschäftsmodells, das andernorts erst noch konzipiert wird. Eine Rückbesinnung auf die genossenschaftlichen Wurzeln dient daher nicht nur der Stärkung des Traditionsbewusstseins, sondern insbesondere dem Ausbau von Wettbewerbsvorteilen.

Die rege Diskussion der Forschungsergebnisse im Rahmen der Society for Business Ethics Annual Conference in Atlanta zeigte deutlich, dass das genossenschaftliche Geschäftsmodell nach dem Vorbild Raiffeisens und Schulze-Delitzschs auch international auf großes Interesse stößt.

Für weitergehende Fragen stehen Ihnen gerne zur Verfügung:

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Prof. Dr. Christian Kalhöfer
Akademischer Leiter Masterstudiengänge

Tel.: (02602) 14- 322
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Viktoria Schäfer
M. Sc.
Doktorandin

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