Interview mit Absolventin & Teilzeit-Gründerin Melanie Wagenfort

Dank einer speziell entwickelten Technologie verhilft Absolventin Melanie Wagenfort Frauen durch perfekte sitzende Unterwäsche zu einem besseren Körpergefühl. Ihr Unternehmen U-LYB steht für „Underwear that loves your body“ und bereitet sich gerade auf den Markteintritt vor.

In Teilzeit zum eigenen Unternehmen! ADG Business School-Absolventin Melanie Wagenfort produziert Unterwäsche nach Maß

Toll, dass du Zeit für uns hast! Wir freuen uns immer, Erfolgsstories unserer Absolventen zu hören und darüber berichten zu können. Neben dem Master hast du inzwischen erfolgreich dein eigenes Unternehmen U-LYB gegründet – und das in Teilzeit neben Studium und Arbeit! Erzähl doch mal - Wie kam es dazu?

Jeden Tag tragen acht von zehn Frauen einen BH, der ihnen nicht richtig passt. Dies verursacht häufig Schmerzen und Druckstellen und kann zu gesundheitlichen Problemen führen. Das ist in etwa so, als wenn man sein Leben lang jeden Tag in unpassenden Schuhen läuft: Das ist sehr unangenehm und schränkt ein. Ich habe dieses Problem am Markt gesehen, am eigenen Körper erfahren und auch von vielen Freundinnen immer wieder gehört. Der deutsche Damenunterwäschemarkt hat ein Marktvolumen von über drei Milliarden Euro. Mir wurde klar, dass ich hier eine bessere Lösung für Frauen entwickeln möchte, der Markt dafür da ist und sich daraus ein vielversprechendes Unternehmen aufbauen lässt. Nachdem ich mehrere Jahre in einer Unternehmensberatung gearbeitet habe, habe ich zuerst meine Arbeitszeit von 5 auf 4 Tage reduziert, um zu testen, ob sich meine Idee umsetzen lässt. Es hat sich dann schnell abgezeichnet, dass die Idee sehr großes Potential birgt und realisierbar ist. Daraufhin habe ich meine Karriere in der Unternehmensberatung an den Nagel gehängt.

Das war sicher eine sehr aufregende und anstrengende Zeit. Wie hast du das alles geschafft?

Wenn man von einer Idee begeistert ist und merkt, dass man auch andere mit dieser Begeisterung anstecken kann, entwickelt sich eine ganz besondere Dynamik. Irgendwann war es gar keine Option mehr, U-LYB nicht weiterzuentwickeln. Glücklicherweise habe ich mittlerweile ein tolles Netzwerk aufgebaut, das mich bei der Entwicklung von U-LYB unterstützt. Eine frische Perspektive von außen hilft mir immer, um auf Kurs zu bleiben.

Was hat dich motiviert und dir Kraft gegeben an deiner Idee festzuhalten?

Die Vision von U-LYB treibt mich an. Kleidung soll dem Körper folgen und seine individuelle Schönheit unterstreichen. Ich bin es satt von unseren Kundinnen zu hören, dass sie ihren Körper nicht normal finden, weil ihnen jeder BH Schmerzen bereitet. Es muss hierfür eine bessere Lösung als den Status Quo geben, und die entwickeln wir. Mittlerweile habe ich zwei fantastische Co-Founder im Team, die mit genauso viel Elan U-LYB weiter voranbringen. Gründen macht wahnsinnig viel Spaß, weil wir genau das tun, was unsere Kunden benötigen. Wir verbinden Fashion und Technologie! FashionTech ist ein neues, innovatives Feld und es ist spannend ein Teil davon zu sein!

Maßgeschneiderte Unterwäsche auf Bestellung – eine Marktlücke mit der ihr sicher auf große Begeisterung bei euren Kundinnen stoßt. Stammt die Idee von dir?

Ja, ich habe die Idee entwickelt. Die Wäschehersteller heute bieten in 20 bis 30 Größen ein gut sortiertes Sortiment an. Brüste sind jedoch so individuell wie Gesichter, daher ist diese Größenauswahl viel zu gering. Die Kundinnen kaufen die Produkte natürlich dennoch und denken es wäre normal, dass BHs drücken oder Schmerzen verursachen. Infolge dessen kämpfen stationäre Händler mit hohen Warenbeständen bei Wäsche und Onlinehändler leiden unter Retourenquoten von bis zu 90%. Mit U-LYB wird der Wäschekauf in Zukunft deutlich einfacher und effektiver für alle, weil wir diese genau nach den individuellen Maßen der Kundin anfertigen. Das Design kann anhand von Beispielen selbst ausgesucht werden. Das bekommen die Kundinnen bisher nirgends. Durch die 3D-Scanning Technologie können wir ein sehr schlankes Unternehmen aufbauen, da wir die Ware nicht vorproduzieren müssen. Nachhaltigkeit ist uns sehr wichtig, deswegen produzieren wir nur Ware, die auch wirklich gekauft wird. Unsere Produktionspartner sind in Europa, daher haben wir kurze Transportwege, schaffen Transparenz und können unter guten Arbeitsbedingungen unsere Ware herstellen.

Gab es auch Hürden, die dir auf dem Weg hierhin begegnet ist?

Natürlich, man hat meistens viel mehr negative Erlebnisse als positive. Die meisten Start-Ups scheitern, das ist ein sehr steiniger Weg auf den wir uns begeben haben. Es gibt nicht wenige Tage an denen man nichts zu feiern hat und Rückschläge meistern muss. Allerdings ist unsere Überzeugung das Richtige zu tun größer, als die Angst vor dem Scheitern. Wir lernen jeden Tag etwas Neues dazu und passen unsere Strategie an, wenn wir merken, dass etwas nicht funktioniert.

Dein Studium bei uns liegt inzwischen einige Jahre zurück. Denkst du trotzdem manchmal an uns?

Sicher, meine Grundlagen wurden ja bei euch gelegt und es wird - auch in der Start-Up Welt - immer wieder ein CV gefordert bei dem man angibt, was man gelernt hat. Auch die Doppelbelastung aus Teilzeitjob und Gründung kenne ich ja bereits aus meiner Zeit in Montabaur mit Bankausbildung und Studium. Es ist gut zu wissen, dass ich auch mit Doppelbelastung erfolgreich arbeiten kann.

Stillstand kennst du scheinbar nicht. Deshalb ein kleiner Ausblick zum Schluss – was steht als Nächstes auf deiner Agenda?

Neben der Weiterentwicklung des mobilen 3D-Körperscans und der Maßwäsche, arbeiten wir gerade an einer weiteren Lösung, mit der wir Frauen zu perfekt sitzender Unterwäsche verhelfen. Ich kann noch nicht alles verraten, aber so viel sei gesagt: Endlich werden unsere Kundinnen Spaß am BH-Shoppen haben und unsere Lösung wird das Herz von Data Scientists höher schlagen lassen.

Mehr Infos gibt es unter www.u-lyb.com

Melanie freut sich über eure Kontaktanfragen auf Xing oder LinkedIn.